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Ein schmerzlicher Verlust für Deutschamerikaner:
Martin Schaller, 79, früherer Washington Bürgermeister-Stellvertreter, gestorben
von Gerry R. Kainz
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Martin K. Schaller
Foto: Frank Pierce |
Ein unermüdlicher und beliebter Freund und Förderer des Deutschtums im Großraum der amerikanischen Bundeshauptstadt, Martin Kurt Schaller, einst jahrzehntelanger Bürgermeister-Stellvertreter, in der City Hall von Washington, D.C., ist unerwartet am Sonntag, 20. November 2011, im Alter von 79 Jahren im Fairfax Hospital in Virginia gestorben. Sein plötzlicher Tod nach einer kurzen Krankheit bringt viel Trauer und Schmerz nicht nur seinen Hinterbliebenen, sondern vielen deutschamerikanischen Freunden und Zeitgenossen der vergangenen Jahrzehnte.
Seine Vorfahren kamen aus dem Raume Frankfurt und aus dem Schwarzwald nach New York City, wo Martin Schaller am 16. Juni 1932 geboren wurde. Er graduierte von der New York University 1955, erwarb ein Masters Degree von der Columbia University sowie ein weiteres Masters Degree von der University of Southern California 1968. Der junge Martin kam aus den Reihen von JFKs Peace Corps zu Beginn der Sechziger Jahre nach Washington, wo er seine Helene vor 52 Jahren heiratete, die aus Wiesbaden stammt und ihn bei einem Besuch in New York kennengelernt hatte. Helene Schaller, geb. Schröder, arbeitete an der Saudi-Arabischen Botschaft Washington von 1959 bis 1962. Martin wurde unter dem ersten Bürgermeister von D.C., Mayor Walter E. Washington, erster Bürgermeister-Stellvertreter in der City Hall, bis er vor der Jahrtausendwende in den Ruhestand ging.
Als deutschsprechender "Deputy Mayor from the D.C. Government" und mit seiner jungen Braut aus Wiesbaden fand Martin Schaller nicht nur ungezählte neue Freunde in den Vereinen und Clubs der Bundeshauptstadt - vom ältesten Verein, dem Washington Sängerbund, über die Washingtonia Schuhplattler bis zum später gegründeten Dachverband AGAS (Association of German-American Societies of Greater Washington, D.C.) und als Mitglied des Vorstandes beim einstigen German Orphan Home (Waisenhaus von Washington) - aber auch der Deutschen Schule Washington in Potomac, Maryland, den deutschsprechenden Mitgliedern der Kirchen in D.C., Virginia und Maryland. Besonders fanden die jeweiligen Repräsentanten der Bundesepublik-Botschaft und anderer Missionen einen völkerverbindenden Freund deutscher Sprache und Kultur in Martin Schaller in jenen Tagen, als "Der Alte" Konrad Adenauer noch mehrmals beim jungen Jack Kennedy zu Arbeitsbesuchen im Weissen Haus weilte. Das war der Beginn neuer Freundschaftspflege zwischen Bonn und Washington rund 20 Jahre nach Kriegsende - bis Präsident Ronald Reagan den "German-American Friendship Garden" beim Washington Monument 1983 anlässlich der 300-Jahrfeier deutscher Einwanderung in Amerika vom Weissen Haus aus seiner Bestimmung übergab.
In jenen Tagen, als die deutschen Kanzler Erhard, Kiesinger, Brandt, Kohl und Schmidt oftmals in Washington weilten und deutschamerikanische Verbundenheit pflegten, als 1989 die Tage der Wiedervereinigung Deutschlands auch ganz besonders in Amerika gefeierte wurden, machte sich Martin Schaller bei allen diesen Festen und Anlässen durch seine charmanten Worte bei offiziellen Begegnungen bekannt und beliebt und bleibt für seine hilfreichen Taten und Gesten unvergesslich.
Unvergesslich sind auch jene Tage, als Martin Schaller alljährlich mit "Washington Journal"-Herausgeber Gerry Kainz zu diversen Frühlings- und Oktoberfesten, Deutschtagen usw. in Baltimore bis Richmond, Virginia und Dover, Delaware bis nach New York City gemeinsam weilten und in Wort und Bild im Journal darüber berichteten. Jene Tage und Jahrzehnte, als junge und ältere Deutschamerikaner ihren American Dream erarbeiteten und Martin Schaller hilfsbereit, fördernd, charmant, verständnis- und liebevoll mitarbeitete und vielen Mitmenschen half, wo er nur konnte.
"Marty" Schaller liebte Zeitgenossen und pflegte Freundschaften zwischen Menschen und Völkern. Als Repräsentant von Washington, D.C. weilte er nicht nur zu Freundschaftsbesuchen in Paris, London, Bonn oder Moskau usw., sondern er half immer und überall, wenn es darum ging, Festgrüsse aus dem Weissen Haus oder aus Washington zu erhalten, nationale und internationale Sängerfeste vorzubereiten und Kontakte zwischen Vereinen und Clubs international zu pflegen. Für seine wertvolle Mitarbeit zur Deutsch-Amerikanischen Verbindung wurde er von der Bundesrepublik Deutschland mit dem Bundesverdientskreuz ausgezeichnet. Der Washington Sängerbund ernannte ihn zum Ehrenmitglied.
Sein viel zu frühes Ableben reisst besonders unter Deutschamerikanern entlang der Ostküste eine schmerzliche Lücke. Er wird vielen Mitbürgern unvergesslich und unersetzbar sein. Ein "Viewing" am offenen Sarg im Fairfax Memorial Funeral Home fand am Sonntag, 27. November 2011, statt. Er wurde am Montag, 28. November 2011, nach einem Trauergottesdienst in der Hope Lutheran Church in Annandale, Virginia, zur letzten Ruhe gebettet.
Martin Schaller war 52 Jahre lang mit "Leni" Schaller glücklich verheiratet. Sie hatten zwei Töchter namens Lisa Wenzel und Gail Manuel sowie einen Sohn namens Martin Schaller, Jr neben vier Enkelkindern und anderen Verwandten in USA und Deutschland. Wir kondolieren Frau Helene Schaller und ihren Kindern an dieser Stelle und möchten unser aufrichtiges, tränenreiches Beileid ausdrücken.
Farewell and sleep in eternal peace dear friend, dear Marty.
GRK
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