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last update: December 8, 2011

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18. December 2011
Deutsche Weihnachtstradition in Washington

von Ernst Winkler

Washington, DC (awj) - Vor 160 Jahren fanden sich sangesfreudige Deutsche in der Deutschen Concordia Kirche im Bezirk New Hamburg, heute Foggy Bottom, in Washington zusammen und überraschten die damalige deutsche Geneinde mit einem Weihnachtskonzert. Diese Kirche, nur wenige hundert Meter entfernt von der Weltbank und dem Weissen Haus, ist immer noch die Heimat eines deutschen Weihnachtskonzertes zur Weihnachtszeit. Der Washington Saengerbund, der aus dieser Sängergruppe hervorging, hat nun seit vielen Jahren diese Weihnachtskonzerte weitergeführt. Zur Tradition wurden sie. Eine würdige, alte deutsch-amerikanische Tradition ist es geworden.

Candle An jedem letzten Sonntag vor Weihnachten, am 4. Advent, nachmittags, öffnen sich dieTüren dieser alten Kirche in der G-Street zu einem besinnlichen, deutschen Weihnachtskonzert mit Andacht. So auch am 18. Dezember. Hunderte kamen. Bis auf den letzten Platz war die Kirche besetzt. Die junge Deutsche Pfarrerin, Tabea Münz und der Seniorpastor der Vereinigten Kirche Monroe Wright, eröffneten die Andacht mit freudigen Grussworten in Deutsch und in Englisch an die halb Englisch halb deutsch sprechenden Besucher. Die Organistin, Barbara Cackler, leitete mit einem Vorspiel eine weihnachtliche Reise mit Chor, Instrumentalisten und den Besuchern durch die Jahrhunderte mit ihren schönsten und ausdrucksvollsten Weihnachtsliedern unter der Leitung des fähigen Dirigenten aus Baltimore, Maestro Miller ein.

Tabea Muenz Maestro Eric Miller, dirigierte ein Programm, das den Chor nicht überforderte und gleichzeitig die Gemeinde mit eingebunden hat. Wunderschön wie er die Sänger durch "Das ist gewisslich wahr" von J.S. Bach führte. Praetoriuses "Es ist ein Ros entsprungen" und "Ihr Kinderlein kommet" begleitet von Dr. Douglas Martz auf der Flöte, sowie "Alle Jahre wieder" sang der Chor mit bewegender Hingabe. Tabea Münz verlas ein Gedicht von Joseph von Eichendorff, dem grossen romantischen Dichter, "DerWintergesang." Vielen Deutschen war das Gedicht unbekannt, das die Träume an den Winter eines sich erinnernden alten Mannes an sein Eiternhaus beschreibt.

Wie immer stand die Lesung derWeihnachtsgeschichte nach dem Evangelisten Lukas auf Deutsch im Mittelpunkt der musikalischen Reise. Der Chor antwortete darauf mit dem fröhlichen Willkommenslied: "Macht hoch die Tür" in einer Bearbeitung von Müller-Blattau.

Ganz aussergewöhnlich und wunderbar passend in das Programm, bezauberte der junge begabte Pianist und Musikstudent aus der deutschen lutherischen Schwestergemeinde in Washington, Johannes Wiese, die Zuhörer mit einem Präludium und Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier von J.S. Bach und einer Etüde von S. Prokofiev. Ausgezeichnet gespielt auf dem herrlichen Blüthner Flügel aus der Deutschen Botschaft, eingebettet in die traditionelle Weihnachtsmusik, vermittelte er die so typische deutsche Tradition, die Hausmusik besonders zur Weihnachtszeit in vielen Familien besonders intensiv pflegt. Das Publikum dankte dem jungen Pianisten mit reichem Beifall, der während des Konzertes auch den Chor begleitete. Von ihm wollen wir, und wird man hoffentlich, noch viel in der Zukunft hören.

Gemeinsam sangen Chor und Zuhörer die beliebten Weihnachtslieder wie "Süsser die Glocken nie klingen", "0 du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit" und natürlich "Stille Nacht, heilige Nacht", das Maestro Miller auch so geschickt dirigierte, dass die Gemeinde nuanciert, gut kontrolliert und durch den Chor gefühlvoll auf Weihnachten eingestimmt, gern noch länger mitgesungen hätte.

In der langen Geschichte dieser deutschen Kirche steht auch die soziale Verantwortung dieser Gemeinde für die weniger bemittelten der Gesellschaft. Die Vereinigte Kirche unterhält eine Suppenküche für die Homeless in Washington, DC. Wie immer, spendeten die Besucher reichlich und drückten damit auch den Dank an die gute Leistung des Washington Sängerbundes unter der Leitung seines fähigen Dirigenten Eric Miller aus.

Nach dem Konzert, wie jedes Jahr, verwöhnten die Damen der Gemeinde ihre Gäste und Sänger mit deutschem Weihnachtsgebäck. Kann man sich deutsche Weihnachten überhaupt ohne Kerzen, Lebkuchen, Pfeffernüssen, Stollen und Marzipan vorstellen? - Schon heute kann man sich auf nächstes Jahr zum 4. Advent auf das nächste Weihnachtskonzert in der ehrwürdigen Tradition des Washington Sängerbundes freuen.

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