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19. December 2010
Washington Sängerbund Weihnachtskonzert
Alle Jahre wieder ... eine jahrhunderte alte Tradition
von Ernst Winkler
Dort, hinter den glitzmodernen Gebäuden der Weltbank, wenige hundert Meter von dem Weissen Haus entfernt, steht diese hübsche, alte deutsche Kirche aus dem Jahr 1842. Gebaut wurde sie, als diese Gegend noch ’Neu Hamburg’ hiess. Hier, in dieser Kirche, sang der Concordia Kirchenchor 1847 das erste Weihnachtskonzert, und in 1851 kam der nicht mehr kirchlich gebundene Washington Sängerbund hervor. Der Washington Sängerbund setzte diesen Brauch fort.
Auch in diesem Jahr (4. Adventsonntag in 2010) erfreute der Washington Sängerbund die fast übervolle Kirche mit vertrauten deutschen Weihnachtsliedern und einer von Johann Wiese meisterhaft vorgetragenen Pianoeinlage. Er hatte von Brahms das wunderschöne Intermezzo Op. 18 gewählt. Welchen krassen Unterschied diese Weihnachtsmusik, inspiriert von der Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas Evangelium, zu den überall jaulenden ’Melodies of the Season’ wie ”Jingle Bells”, ”I Wish You a Merrry Christmas”, etc., doch darstellt. So schlicht, so ruhig, so besinnlich und sehr rührend sind diese typischen deutschen Lieder. Und der Chor trug die alten und nicht so alten Weisen, wie “Nacht der hellen Sterne”, “Lieb Nachtigall wach auf “ oder “Heilige Nacht”, und viele andere liebevoll und fein nuanciert vor. Der Dirigent, Dingwall Fleary, leitete den Chor präzis und anfeuernd. Manchmal folgte der Chor etwas zu langsam, wohl selbst angesteckt von der stimmungsvollen, romantischen Musik.
Unter der Leitung von Reba Winstead sang der kürzlich gegründete WSB Kinderchor ”Ihr Kinderlein kommet” und ”Kling Glöckchen, klinge-linge-ling”. Noch haben sie nicht die Routine ihrer Eltern und Grosseltern, aber Übung macht den Meister.
Gemeinsam sangen Besucher und Chor die geliebten und kräftigen Weihnachtschoräle: ”Lobt Gott Ihr Christen alle gleich”, ”Vom Himmel hoch, da komm ich her” und natürlich ”O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit”.
Wie immer schloss das Konzert mit einem Gebet und dem wohl weltweit beliebtesten Weihnachtslied ”Stille Nacht, Heilige Nacht”.
Die neue, junge Pastorin, Frau Tabea Muenz, und der amerikanische Pastor, Monroe Wright, beteten abwechselnd in Deutsch und Englisch, sodass jeder folgen konnte.
Nach dem Konzert trafen sich Jung und Alt bei reichlich gedeckten Tischen mit herrlichem Weihnachtsgebäck in der Fellowship Halle (Kellergeschoss). Liebevoll hatten viele Mitglieder des Chores und der Kirche nach alten, deutschen überlieferten Rezepten ihre Kekse, Kuchen und Stollen gebacken. Auch hier zeigte sich die liebevolle Anstrengung, einen alten deutschen Brauch - die Bereitung des Weihnachtsgebäckes - in diesem Lande aufrecht zu erhalten.
Weihnachten war einmal wieder in seiner elementaren Schlichtheit und Freude über die Geburt eines Kindes, das in seinem Leben die Kunde von Friede, Vergebung und Nächsteliebe in der Welt verkündete, in die Herzen der Besucher eingezogen.
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